Das Implantat – Erläuterungen
Implantate in aller Munde

In Anlehnung an die Feuerzangenbowle fangen wir mal ganz einfach an!

Abb. 1: Verschiedene Implantattypen! Je nach Situation muß man sich für einen Typ entschieden; manchmal noch während der Operation.

Ihnen fehlen Zähne und diese können auf verschiedene Arten ersetzt werden. Es gibt herausnehmbare Prothesen, festsitzende Brücken und Einzelkronen. Viele Patienten möchten heutzutage keinen Metallbügel mehr im Mund
haben. Diesen Wunsch konnten die Zahnärzte bis vor einigen Jahren sehr häufig nicht erfüllen. Wenn nicht ausreichend Zähne vorhanden waren, konnten keine im Munde verankerten Brücken oder Kronen eingesetzt werden. Es mußten herausnehmbare Prothesen mit Metallbügeln angefertigt werden.

Abb. 2: Die Einzelzahnlücke, heute eine Standardsituation für ein Implantat.

Seit einigen Jahren ist die zahnärztliche Implantologie zur Routine geworden. So können sehr häufig dort wieder -künstliche- Zahnwurzeln einpflanzen werden, wo Stützpfeiler für festsitzenden Zahnersatz notwendig sind.

Abb. 3: Zuerst erfolgt ein kleiner Schnitt.

Das Implantat ist ein runder Metallkörper, der wie eine Schraube oder ein Dübel aussieht. Wie im Holz, das reißt, wenn man eine Schraube ohne Vorbohren versenkt, muß auch im Knochen ein Loch vorgebohrt werden. Dieses Loch ist etwas schmaler als das Implantat. So hat dieses sofort eine ausreichende Stabilität im Knochen. Diese ist notwendig, damit der Knochen in Ruhe an das Implantat heranwachsen kann. Es passiert das gleiche wie bei einem Knochenbruch.

Nach 6 bis 8 Wochen Ruhe ist der Knochenbruch abgeheilt und meistens auch das Implantat fest im Knochen verankert.

Abb. 4 und 5: Nach dem Einschrauben des Implantates wird dieses verschlossen. Dies kann eine kurze oder etwas längere Schraube sein, die durchaus zu sehen ist. Rechts ein klinisches Beispiel.

In dieser Phase sollte das Implantat ruhen und nicht belastet werden. Neuere Erkenntnisse erlauben allerdings in
bestimmten Situationen eine Sofortversorgung von Implantaten. Diese ist aber an eine strenge Indikationsstellung gebunden. Ein solches Vorgehen kann nur von einem erfahrenen impalantologisch tätigen Zahnarzt beurteilt und umgesetzt werden.

Abb. 6 und 7: Nach 2 Monaten erfolgt eine Abformung. Dann wird im regionalen zahntechnischen Labor der Aufbau und die Krone gefertigt. Diese wird dann aufzementiert.

Nach 6 bis 8 Wochen kann das Implantat dann sicher belastet werden. Es hat neben dem Außengewinde eine Innenverbindung, in die wie bei einem Dübel ein Aufbau geschraubt wird, auf den die Krone befestigt wird. In seltenen Situationen ist der Knochen nicht breit oder hoch genug. Dann müssen umfangreiche chirurgische Maßnahmen ergriffen werden, um ein ausreichendes Knochenlager zu schaffen. Hier ist eine umfangreiche Planung und Beratung bei einem Spezialisten notwendig.

Abb. 8: Klinische Situation des Falles aus Bild 5 nach dem Einsetzen der Krone.

Bei der Implantation -Einsetzen der Implantate- handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, der unter keimarmen Bedingungen durchgeführt wird. Trotzdem kann es immer mal wieder zu Verlusten der Implantaten
kommen. In den meisten Fällen ist es aber wie nach dem Zahnziehen.

Eine Wartezeit von mindestens 8 Wochen ist nötig, um dem Knochen Zeit zur Erholung zu geben. Dann kann entschieden werden, ob eine erneute Implantation möglich ist.

Abb. 9: Schematische Darstellung der einzelnen Komponenten eines Implantates.

Auch andere Risiken, die bei chirurgischen Eingriffen vorkommen, können nach der Implantation auftreten (z.B. Nachblutung, Schwellung, Entzündung). Diese sind aber vorrübergehend und klingen nach 7 bis 10 Tagen ab. Langandauernde, massive Schmerzen nach einer Implantation müssen vom behandlenden Zahnarzt genau kontrolliert
werden.

Abb. 10: Das Setzen eines Implantates ist ein komplexer Eingriff mit großem Anspruch an die Hygiene. Alle Beteiligten müssen sich schützen, damit der Eingriff ein Erfolg wird.

Implantate sind heute eine Routinemaßnahme in darauf spezialisierten Praxen. Häufig arbeiten Zahnärzte mit diesen Spezialisten zusammen. Es gibt viele Programme von zahnärztlichen Gesellschaften für diese Ausbildung. Für eine gute Behandlung kommt es aber auf die Routine an, die der jeweilige Zahnarzt mit dem Eingriff und der anchließenden Versorgung hat. Die Implantologie ist so sicher, dass die Verlustquoten unter 5% liegen und die langfristigen Erfolge ebenfalls sehr gut sind – unabhängig von den verwendeten Implantattypen.

Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle 3 bis 4 mal im Jahr, um diese Investition in die Gesundheit zu
erhalten.
Es ist wie bei einem Auto, das lange hält, wenn regelmäßige Inspektionen durchgeführt werden und Kleinigkeiten sofort repariert werden. So werden sie lange an den neuen festen „Beißerchen“ Spaß haben!

2 Kommentare

  1. Wilhelm Dick

    Guten Tag.

    Ich habe eine Frage an Sie.

    Ich habe ein Zahn implantiert,nach einige Zeit hat sich Krone abgelöst.Zahnarzt sagt, dass man neuen Inplantantstumpf in Labor anfertigen lassen muss.

    Und ich frage mich, darf Zahntechniker selber Implantatstumpf anfertigen lassen,oder bei alphabio fima bestellen?

    Danke im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen
    Wilhelm Dick

    1. Dr. Martin Grieß (Beitrag Autor)

      Sehr geehrter Herr Dick,

      Es gibt die Möglichkeit, einen konfektionierten Aufbau zu bestellen. In den meisten Fällen ist es sinnvoll, nach der Abformung einen individuellen Aufbau zu fertigen. Dies ist über CAD/CAM und einer passenden Software für jeden Zahntechniker möglich.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Martin Grieß

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